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Bist du ein gezügelter Esser? Mach den Test!

gezügeltes Essen Dr. Alexa Iwan

Studien haben ergeben, dass es unter übergewichtigen Menschen im Gegensatz zu Normalgewichtigen überdurchschnittlich viele gezügelte Esser gibt. Gehörst du vielleicht auch dazu?

Was kennzeichnet gezügeltes Essen im Einzelnen?

Der gezügelte Esser setzt sich Diätgrenzen (sei es in der Menge oder/und in der Art der Speisen) und versucht damit, seine Nahrungsaufnahme bewusst zu regulieren. Mithilfe von Regeln, wie „Schokolade ist tabu“ oder „Nach 17 Uhr wird nichts mehr gegessen“, versucht er zu steuern, wie viel und was er isst. Diese bewusste Steuerung aber erfordert Konzentration und Aufmerksamkeit und ist aufwändiger als die normale Regelung über die körperliche Rückmeldung, sprich über Hunger und Sättigungsgefühl. Daher funktioniert das Ausbremsen nur, wenn man sich voll und ganz darauf konzentriert. Werden die gezügelten Esser aber abgelenkt (ob durch persönlichen Ärger, geselliges Beisammensein oder andere Faktoren), versagt die willentliche Zügelung und sie überschreiten ihre selbst gewählte Grenze. Bezeichnenderweise essen gezügelte Esser dann allerdings nicht nur ein wenig mehr. Sobald sie ihre Unachtsamkeit bemerken, ziehen sie die Zügel nicht etwa fester, sondern lassen sie ganz fallen und essen völlig ungezügelt weiter. Frei nach dem Motto: Ist die Diät erst ruiniert, isst’s sich völlig ungeniert!

Das Scheitern ist programmiert…

Gezügelte Esser scheitern beständig, denn permanente Konzentration und Kontrolle in punkto Essen sind unmöglich. Schlimmer ist aber, dass sie sich damit jeglicher Freude am Essen berauben. Denn egal, ob sie ihre Regeln gerade einhalten oder mal wieder sündigen: Stets haben sie entweder mit der Selbstkasteiung oder mit Schuldgefühlen zu kämpfen.

Wenn du auch zu den Menschen gehörst, die im ständigen Konflikt stehen, einerseits Essen zu genießen, andererseits aber das Gewicht kontrollieren zu wollen, sollte dein neues Ziel sein, die Zügel locker zu lassen, ohne die Kontrolle ganz zu verlieren. Verabschiede dich von den Extremen und suche dir das sprichwörtliche „gesunde Mittelmaß“.

Isst zunächst nicht unbedingt weniger, sondern anders! Wenn du viele gesunde Fitmacher wie Obst und Gemüse auf den Speiseplan rufst, brauchst du dich nicht mehr zu zügeln und kannst wieder genießen. Apropos Genuss: du liebst es zu essen? Dann mach‘ aus jedem Essen ein Fest. Richte den Tisch schön her, nimm dir Zeit fürs Kochen und die anschließende Mahlzeit und lass‘ dir das, was du liebst, langsam und genüsslich auf der Zunge zergehen.

Heimliche Fressattacken nachts vor dem offenen Kühlschrank sollten ab heute für dich tabu sein, denn die haben rein gar nichts mit Genuss zu tun und verursachen nur Schuldgefühle. Wer langsam und bewusst isst und wieder auf das Hunger- bzw. Sättigungsgefühl seines Körpers hört, isst fast automatisch richtig, ist lange satt und hat auch noch mehr Spaß dabei. Und sollte es dennoch ausnahmsweise zum Kühlschranküberfall kommen: Macht nichts! All das Gesunde, das ab sofort dort zu finden ist, schadet nicht. Auch nicht in der Nacht 😉

Teste dein Essverhalten

Bist du ein gezügelter Esser? Vier Fragen:

1.) Wie würdest du deine Essgewohnheiten am ehesten charakterisieren?

Ich esse (Mehrfachnennungen möglich):

  • Morgens, mittags, abends. (3)
  • Unter Stress. (4)
  • Am liebsten in Gesellschaft. (2)
  • Wenn ich Hunger habe. (1)

2.) Du machst gerade wieder mal Diät. Doch da war dieser ganze Stress im Büro und zu Hause läuft auch nicht alles glatt, da konntest du an der Pommesbude einfach nicht vorbei gehen, ohne dir eine große Portion Pommes rot-weiß einzuverleiben. Wie sieht dein Essverhalten für den Rest des Tages aus?

  • Ich habe große Schuldgefühle, ziehe kräftig die Zügel an und lasse das Abendessen und gleich auch noch das Frühstück am nächsten Tag ausfallen. (3)
  • Ich mache keine Diäten. (1)
  • Nach fettigen Pommes ist mein Heißhunger erst mal gestillt. Für den Rest des Tages wird nur noch Gesundes gemümmelt. (2)
  • Dieser Diät-Tag ist im Eimer. Da kann ich mir auch noch ein Spagettieis mit viel Sahne zum Nachtisch gönnen. (4)

3.) Du sitzt gemütlich vor dem Fernseher und schaust dir einen Film an. In der Werbepause werden mal wieder allerlei Leckereien angepriesen. Was gibt es bei dir daraufhin zu knabbern?

  • Möhren mit Jogurtdip – das schmeckt und ist gesund. (2)
  • Ich hole meinen Chipsvorrat aus dem Versteck und nasche – die Chipswerbung hat mich einfach verführt. (4)
  • Ich starte mit ein paar leichten Reiskräckern, die meinen Appetit aber nicht wirklich befriedigen können. Also greife ich doch wieder zum Schokoriegel. (3)
  • Gar nichts. Ich habe lecker zu Abend gegessen und fühle mich angenehm gesättigt. Da lässt mich die Werbung völlig kalt. (1)

4.) Wenn du ganz ehrlich zu dir selbst bist: Wie oft am Tag drehen sich deine Gedanken ums Essen?

  • Immer, wenn mein Magen knurrt. (1)
  • Immer, wenn ich Essen sehe, rieche oder jemand vom Essen spricht. (3)
  • Immer, wenn ich nicht durch Wichtiges abgelenkt werde. (2)
  • Eigentlich ständig. (4)

Rechne nun die Punkte hinter deinen Antworten zusammen. Erreichst du bis zu 8 Punkten, brauchst du dir überhaupt keine Sorgen zu machen. Je mehr deine Punktzahl allerdings über 8 liegt, desto eher musst du dich zur Gruppe der gezügelten Esser zählen und solltest deine bisherige „Essstrategie“ dringend überdenken.

Natürlich entscheidet sich nicht alleine durch gezügeltes Essen, ob jemand dick wird bzw. ist oder nicht. Und ein bisschen Disziplin beim Essen schadet grundsätzlich auch nicht. Aber unser Körper ist kein Computer und keine Maschine, die jeden Tag genau das Gleiche tut. Wir bewegen uns mal mehr, mal weniger – wir schlafen mal länger, mal kürzer – wir haben mal Stress, mal aber auch nicht – wir schwitzen mal mehr, mal weniger usw. usw. Und deshalb ist es auch normal, dass wir mal mehr, mal weniger essen! Das nennt man flexibles Essverhalten. Und genau das sollte dein Ziel sein!

Mehr zum Thema findest du auch im meinem Buch „Jede Frau kann schlanker werden – Das Anti-Diät-Buch“.

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