Dr. Alexa's Themen

My day – so esse ich! (Oder auch: „besser essen“ zum Nachmachen)

Dr. Alexa Iwan – besser essen

Häufig werde ich gebeten, die Ernährung von anderen Menschen zu überprüfen. Was essen sie? Wie viel essen sie? Wann essen sie? Der Hintergrund ist meist, dass diese Menschen abnehmen möchten – manche möchten aber einfach nur besser essen.

Ich bin ja bekanntlich ein großer Freund von „besser essen“ – denn es gibt keinerlei Belege, dass man nur mit Traummaßen gesund bleibt. Im Gegenteil: gesundheitlich können einige Kilo mehr sogar von Vorteil sein. Und deshalb bewerte ich Essen nicht nach Kalorien, sondern nach Nährstoffen. Je höher der Nährstoffgehalt, umso besser. Dazu ein gewisses „Maßhalten“ was Mengen bzw. Portionsgröße angeht – viel mehr braucht es eigentlich nicht, um sich gut zu ernähren.

Trotzdem treffe ich immer wieder viele verunsicherte Menschen, die nicht mehr zwischen gut und nicht gut unterscheiden können. Menschen, die aus Verunsicherung blödsinnige Sachen machen (wie z.B. auf´s Frühstück verzichten), die sich bestimmte Lebensmittel aktiv verkneifen (z.B. am Sonntagmorgen keine Eier mehr essen wegen des „bösen“ Cholesterins), die behaupten Light-Käse sei tatsächlich lecker oder ihr Salatdressing nur mit ½ TL Öl zubereiten. Ich bin dann immer ganz traurig, wenn ich sehe, wie viel Genuss und gutes Essen diesen Leuten entgeht und wie krampfig und überpräsent das Thema Essen plötzlich wird. Dabei ist „besser essen“ doch eigentlich gar nicht so schwierig….

Deshalb an dieser Stelle einmal ein öffentliches „Essens-Protokoll“ von mir. So esse ich. Ein Tag aus meinem Leben. Quasi „besser essen“ zum Nachmachen. Damit du siehst, dass ausgewogene Ernährung kein Hexenwerk ist und dass man dafür auch kein/e Heilige/r sein muss. Damit du siehst, dass auch ErnährungswissenschaftlerInnen Süßigkeiten essen. Und damit du ggf. einen Vergleich zu deinem eigenen Tagesablauf anstellen kannst.

Los geht´s: ich stehe unter der Woche um 06.45 Uhr auf. Dr. Alexa Iwan – so esse ich

  • 7.00 Uhr: ein Glas frisch gepresster Saft aus einer Orange und einer Grapefruit.

Anschließend schmiere ich Schulbrote, bringe die Kinder auf den Weg, räume die Spülmaschine aus und die Waschmaschine ein, ziehe mich an und bearbeite kurz die Emails, die vom Vortag liegen geblieben sind.

  • ca. 9.00 Uhr: ich frühstücke. Und zwar jeden Tag. Eine Schüssel frisches Obst der Saison mit 200g Naturjoghurt (3,8% Fett), 2 EL Haferflocken, 1 EL Hanfsamen, 2 EL Crunchy-Müsli, ein paar Walnüsse, 1 TL Algenöl und ½ TL Matcha-Teepulver (Letzteres ist Geschmackssache, ich mag´s) Fotos und das Rezept findest du hier.

Jetzt setze ich mich mit einer großen Kanne grünem Tee (ohne Zucker!) an den Schreibtisch.

  • 12.00 Uhr: mein Körper hat eine innere Uhr – punkt zwölf knurrt mein Magen. Ich esse in der Regel ein paar Vollkornkekse.

So esse ich

 

Dann arbeite ich noch etwa eineinhalb Stunden weiter und fange gegen 13.30 Uhr an das Mittagessen zu kochen.

  • 14.30 Uhr: es gibt Hühnchen aus dem WOK mit Nudeln, Kokossauce, viel Gemüse (Möhren, Zuckerschoten, Brokkoli, Frühlingszwiebeln) und Ananas. Das Rezept gibt es in meiner iPhone-App.

Der Nachmittag geht mit Schularbeiten, Hausarbeit, Einkaufen, Besorgungen und Telefonaten ins Land. Wieder begleitet mich meine Teekanne. Ja, ich trinke wirklich viel grünen Tee 😅.

 

 

  • 17.00 Uhr: oft haben die Kinder jetzt wieder Hunger. Wir kochen Grießbrei (klar, Vollkorn) oder machen einen Smoothie bzw. Milchshake (z.B. TK-Blaubeeren, Kefir, etwas Honig, ein paar Minzblätter, mixen, superlecker). Manchmal gibt es auch ein Eis oder etwas Kuchen.

Ich selbst esse diese Zwischenmahlzeit nicht jeden Tag mit, da ich mich bei den Hauptmahlzeiten wirklich satt esse und am Nachmittag oft nichts weiter brauche.

Gegen 19 Uhr fange ich an, mich um das Abendessen zu kümmern. Manchmal essen wir ganz einfach „Abendbrot“ mit verschiedenen Vollkornbrotsorten, Käse, Schinken und einer großen Schüssel Salat. Oft koche ich aber auch – ich koche nun einmal gerne und esse auch gerne warme Mahlzeiten.Dr. Alexa Iwan – so esse ich

  • 20.00 Uhr: es gibt Spinatquiche mit Speckwürfeln und Pinienkernen (das Ganze habe ich ohne Rezept gekocht, deshalb ist das Foto auch nur ein Schnappschuss 😉). Dazu einen Salat aus Tomaten, Gurken und Oliven. Und ich trinke eine Fassbrause dazu (ca. 5% Zucker).
  • irgendwann später am Abend esse ich noch eine Hand voll Lakritz.

 

Und jetzt kann ich quasi schön hören, was du denkst…. „Boah, macht die sich eine Arbeit.“ „Nee nee, soviel Zeit zum Essenmachen habe ich nicht.“ „Die Zutaten muss man ja auch alles erst mal im Haus haben…“ „Das muss man aber schon wollen…“

Jawoll, alles richtig! Ich kaufe recht häufig und viel ein und ich mache mir die Arbeit (soviel ist es gar nicht!), denn ich WILL das. Ich WILL einfach kein blödes Zeug essen.

Ich kann dir übrigens aus dem Kopf nicht sagen, wie viele Kalorien dieser Tag hatte. Ist mir aber auch wurscht, es spielt für mich keine Rolle. Denn das Wichtigste, was du dir merken solltest – vielleicht ist es dir bereits aufgefallen: ich snacke nicht. Keine Bonbons im Auto, keine Flips am Küchentresen, keine Apfeltaschen bei der Arbeit, keine Tütchen mit irgendwelchen Kräckern unterwegs. Mein Körper braucht das nicht, ich habe keinen Jieper nach Süßen und auch keine Heißhungerattaken. Durch das gute und regelmäßige Essen laufen mein Stoffwechsel und mein Blutzucker sehr gleichmäßig. Ich habe überhaupt kein Problem mit Essenspausen. Und das – glaub‘ mir!! – ist der eigentliche Schlüssel zum Erfolg: frisches Essen versorgt einen Menschen mit ausreichend Nährstoffen, so dass man den ganzen Snack-Kram nicht braucht und irgendwann auch nicht mehr will. Denn genau dieses Zeug ist es, welches dir am Ende das Gefühl für gesunde Sättigung und damit auch deine Figur kaputt macht.

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4 Comments

  • Reply
    Andrea
    22. Januar 2018 at 19:40

    Danke für deinen Blogeintrag, so sehe ich schon was ich falsch mache.
    „Aufstehen,Krone richten, weiter gehen, neues Ziel anpeilen“!

    • Reply
      Dr. Alexa Iwan
      22. Januar 2018 at 20:36

      Sehr gute Einstellung liebe Andrea 😉

  • Reply
    Peter
    7. Februar 2018 at 5:51

    Ich habe mal aufgeschnappt, dass man nicht immer grünen Tee trinken darf. Man soll sich auch mit grünem Tee „vergiften“ können. Ich persönlich wechsele schon aus Geschmacksgründen verschiedene Teesorten ab. Ist was an der Aussage dran?

    • Reply
      Dr. Alexa Iwan
      7. Februar 2018 at 16:55

      Hallo Peter,
      danke für den Hinweis! Ich habe einen Test vom SWR von 2015 gefunden, wo in der Tat von Giftstoffen in Unkräutern gesprochen wird, die wohl mit dem Tee geerntet werden. Persönlich trinke ich ausschließlich Bio-Grüntee, allerdings immer die gleiche Sorte… Insofern werde ich es jetzt auch mal etwas abwechseln und mir für den Nachmittag einen anderen Kräutertee suchen. Herzliche Grüße, Alexa

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